Die Dollarmarke des Ölpreises stürzt von einem Gipfel zum nächsten. Bald 160 Dollar für ein Fass Crude Oil. Bald 1 Euro 60 für den Liter Super (95).
Wie lässt sich mit dem Wissen um die Petro-Hausse Geld verdienen? Die institutionellen Investoren machen es vor. Das Prinzip ist einfach.
Ich kaufe heute die Anrechte auf ein Fass Öl für 150 Dollar und verkaufe sie morgen für 151 Dollar an meinen Kollegen.
Der verkauft sie dann übermorgen für 152 Dollar an mich.
Eine klassische Win-Win-Situation.
Ich verdiene einen Dollar. Mein Kollege verdient einen Dollar. Und unsere Broker verdienen die kleinen Spesen.
Das Benzinkonto
In einem Feldversuch erproben jetzt auch die Tankstellen dieses Instrument der Wertschöpfung.
Letzte Woche beim Abliefern meines wöchentlichen Fuffies hat es mir mein Tankwart erklärt.
Ich habe dann sofort ein Benzinkonto eröffnet und mit 30 Litern (1,499 Euro der Liter) aufgeladen.
Heute stand der Kurs bei 1,539 Euro pro Liter und ich habe meine 30 Liter getankt.
Ersparnis: 4 Cent pro Liter. Abzüglich 15% Spesen immerhin 102 Cent Gewinn.
Auf das Jahr gerechnet macht das gute fünfzig Euro. Das Prinzip funktioniert!
Für den Tankwart rechnet sich das ebenso. Er legt das angesparte Geld sofort in Benzin-Kontrakten an
(z.B. 1,499 Euro der Liter) und sichert sich den billigen Einstandspreis. Entgolten wird ihm der
Aufwand durch die fünfzehnprozentige Provision. In meinem Fall hat er also 18 Cent verdient.
CFDs auf den Benzinpreis
Feingeister haben bestimmt schon am Anfang gesehen, dass es hier noch nicht um das ganz große Geld geht.
Denn 150 Dollar Investment für einen Dollar Rendite sind doch ziemlich schmal.
Hier kommen die komplexeren Anlageprodukte ins Spiel.
Mein Tankwart bietet jetzt
Differenzenkontrakte an (sogenannte CFDs).
Letzte Woche musste ich ja noch die absolute Summe von 1,499 Euro für einen relativen Wertzuwachs
von 4 Cent investieren.
Bei einem CFD erhalte ich für das Grós der absoluten Summe eine günstige Zwischenfinanzierung.
In meinem Fall zahle ich nur noch 5%, die übrigen 95% kommen vom Tankwart.
Bei meinem obigen Beispiel hätte ich für den Liter also nur noch 7,495 Cent direkt investiert.
Der Rest der 1,499 Euro wäre vom Tankwart gekommen.
Kreative Lösungen statt ewiger Jammerei
Was bedeutet das konkret? Für das Aufladen meines Benzinkontos um 30 Liter habe ich in der letzten Woche
44,97 Euro investiert und damit 1,20 Euro Gewinn erzielt (abzüglich Tankwartspesen).
Für die 44,97 Euro hätte ich andererseits 600 CFDs zu je 7,495 Cent kaufen können!
Damit hätte ich in der gleichen Zeit 600 * 4 Cent erwirtschaftet, also 24 Euro! Abzüglich Spesen.
Die klugen Investoren setzen auf innovative Produkte und profitieren von den Wertzuwächsen des
Benzins. So machen sie aus dem flüssigen Gold - Geld.
Abschließend sei erwähnt, dass mein Tankwart zur Kontoeröffnung noch um die üblichen Formalitäten bat: Schufa-Auskunft, festes
Einkommen, Nachweis von Grundbesitz und Vermögen. Aber das ist ja auch selbstverständlich.